Sitemap Kontakt Impressum / Datenschutz

Geschichte der Heilpraktiker

(Bearbeiter: Prof. Dr. Florian Mildenberger)

Ursprünglich als Nachfolgeprojekt zur Untersuchung über die Geschichte der homöopathischen Ärzte im National-sozialismus konzipiert, änderten sich die Prämissen durch das Desinteresse der Heilpraktikerverbände an einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte vor 1945. Daraufhin wurde entschieden, das Vorhaben dahingehend zu ändern, dass diejenigen deutschsprachigen Gebiete untersucht werden sollten, in denen die Ausübung der Laienheilkunde lange Zeit strikt verboten gewesen war. Dahinter stand die Idee, dass in diesen Territorien sowohl Heilkundige als auch Patienten einem erheblich höheren Professionalisierungsdruck unterlagen als im zweiten deutschen Kaiserreich, wo Kurierfreiheit herrschte. Infolgedessen standen die deutschsprachigen Gebiete des historischen Königreiches Böhmen und das Territorium des nach 1918 entstandenen Österreich im Zentrum der Betrachtung. Nur in der kurzen Phase des Nationalsozialismus 1938/39 bis 1945 gab es hier eine offiziell zugelassene Laienheilkunde. Um darüber hinaus nachvollziehen zu können, wie sich Laienheilkundige positionierten, wenn die zuvor gewährte Kurierfreiheit plötzlich entfiel, wurden noch die Provinz Posen und das „Reichsland“ Elsass-Lothringen in die Untersuchung aufgenommen. Nach 1918 war in beiden Gebieten die Laienheilkunde verboten worden, überdauerte jedoch und wurde 1939/40 wieder legalisiert. Schließlich wurde der Vollständigkeit halber auch noch das von französischen und deutschen Sprach- und Rechtstraditionen gleichermaßen geprägte Großherzogtum Luxemburg in die Untersuchung einbezogen. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden in einer Monographie und einigen Aufsätzen 2018 publiziert werden.