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Ärztliche Selbstverwaltung in der Kaiserzeit 1871-1918 (Sachsen)

(Bearbeiter: Dr. Markus Wahl)

Das Thema wird im Rahmen des Projektes der Sächsischen Landesärztekammer zur „Entwicklung der ärztlichen Selbstverwaltung in Sachsen“ bearbeitet. Mit der Gründung der Ärztekammer im Jahre 1872, maßgeblich initiiert durch den Dresdner Arzt Dr. Hermann Eberhard Friedrich Richter, schloss sich Sachsen dem allgemeinen Trend der sich etablierenden Selbstverwaltungsformen für Ärzte in den anderen Ländern an. In dem Projekt sollen diese Anfänge erkundet und im Kontext der Entwicklungen im Deutschen Reich nach 1871 beleuchtet werden. Die Artikulation von Standesinteressen war eines der wichtigsten Anliegen der Zusammenschlüsse von Ärzten, die sich in der Ausübung ihres Berufes nicht zuletzt durch die neue Gewerbeordnung von 1869 (z. B. der Aufhebung des „Kurpfuscher“-Verbotes) bedroht sahen. Jedoch entbrannte schnell ein Streit innerhalb der Ärzteschaft über die durch die Kammer angestrebte Funktion der Ehrengerichtsbarkeit als auch über die Formen der Verteidigung und Durchsetzung von Standesinteressen. In diesem Kontext wurde der Leipziger Arzt Hermann Hartmann aktiv und gründete im September 1900 den „Schutzverband der Ärzte Deutschlands zur Wahrung ihrer Standesinteressen“ (später: Hartmannbund), der auch die sonst vom ärztlichen Stand verabscheuten gewerkschaftlichen Kampfmethoden mit einbezog. In der Schilderung dieser Konfliktlinien und unterschiedlichen Interessenlagen wird das Projekt die nicht linear verlaufende Entwicklung der ärztlichen Selbstverwaltungen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges nachzeichnen.

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